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Graphologische Bewusstheit – Ein Bild vom Wort im Kopf

Graphologische Bewusstheit – Ein Bild vom Wort im Kopf

Grapheme (abgeleitet von griechisch graph, „Schrift“) sind die kleinsten grafischen Unterscheidungseinheiten eines Schriftsystems.

Die deutsche Sprache ist keine reine Lautschrift, d.h. es gibt Wörter lautgetreu und welche, die nicht lautgetreu geschrieben werden.  Letztere überwiegen sogar. Im Deutschen entspricht also nicht jeder Buchstabe einem Laut und es kommen  Buchstabenkombinationen vor, denen eine feste Bedeutung – ein Graphem – zugeordnet ist.

Dazu zwei Beispiele:

sch ⇒ schwimmen, sp ⇒ springen.

Würde man springen lautgetreu schreiben, sähe das so aus: schpringen. Da dem Graphem sp aber die Bedeutung schp zugeordnet ist, schreibt man selbstverständlich springen.

Grapheme können nur durch sehen, also visuell wahrgenommen werden. Grapheme werden zu s.g. Phonemen, wenn das Wort ausgesprochen wird, also bei springen sieht man sp und hört schp.

Gute Rechtschreiber verarbeiten Wörter visuell. Die dabei gespeicherten „Wortbilder“ sind für sie mental sichtbar. Hinzu kommt ein Geführ für richtig und falsch. Falsch geschriebene Wörte sehen für gute Rechtschreiber komisch aus bzw. fühlen sich komisch an.

Schlechte Rechtschreiber, auch „Kreativschreiber“ genannt, verarbeiten Wörter auditiv, d.h. nach ihrem Klang. Verarbeiten meint hier das Lernen (speichern des Wortes) und wieder abfragen (erinnern des Wortes). Das Ergebnis dieser Strategie ist eine „kreative Rechtschreibung“.
Der Klang eines Wortes lässt sich oft mit verschiedenen Buchstaben nachbilden. So schreiben wir die Worte Vase, Vater oder Vogel selbstverständlich mit einem V. Der Klang von Wase, Fater oder Fogel wäre allerdings gleich, wie in der korrekten Schreibweise. Die Ferien hingegen beginnen mit einem F, würden als Verien aber genau so klingen.
Kreativschreibern fehlen sowohl graphologische Bewusstheit als auch ein Gefühl für richtig und falsch. Eine sichere Rechtschreibung bedingt die Orientierung am Wortbild – also an den Graphemen – und nicht am Wortklang, den Phonemen.

Das Ausmaß der individuellen graphologischen Bewusstheit eines Menschen bemisst sich danach, wie klar der Mensch innerlich (mental) in der Lage ist, zu sehen, aus welchen Buchstaben und Silben sich ein Wort zusammensetzt und wie gut er in der Lage ist, Gehörtes der korrekten Schreibweise von Wörtern zuzuordnen.
Graphologische Bewusstheit ist eine Fähigkeit, die jeder Mensch hat bzw. trainieren kann. Jeder Mensch ist in der Lage, sich die graphemische Struktur von Wörtern zu verdeutlichen und sie zu verinnerlichen.

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